Alte Fliesen

Alte Fliesen

Entwicklung in Gründerzeit bis Jugendstil

Durch die Industrialisierung setzte in Mitteleuropa ein enormes Wachstum der Städte ein. So wuchs zB. Berlin von etwa 200.000 Einwohnern um das Jahr 1800 auf 2 Millionen bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Mit dieser Entwicklung ging ein Bauboom einher, der zur Gründung vieler Ziegel- und Fliesenwerke führte. Es wurden neue Techniken entwickelt, von denen viele bis heute maßgeblich sind.

Nicht nur eine hohe Qualität und Beständigkeit war in den städtischen Hausfluren gefordert, die Fliesen sollten auch repräsentativ Geschmack und hinzu gewonnenen Wohlstand der Hausgemeinschaften zeigen. Insbesondere die Motive der Bodenfliesen waren ganz nach dem Zeitgeist oft aktikisierend bis eklektisch – Beispiel hierfür die häufige Verwendung von Mäanderfriesen.

In der Folge produzieren die Hersteller nicht mehr nur auftragsbezogen nach den Vorstellungen Ihrer Auftraggeber, sondern legen eigene Sortimente an. Für diese entsteht zeitgleich mit dem Jugendstil ein neues Medium – Versand- und Bestellkataloge. Aufwändig geprägt und coloriert präsentieren die großen Fliesenproduzenten Deutschlands jeweils hunderte von Fliesenvarianten und Formen.

Fliesen und Anwendung

Relieffliesen

Bodenfliesen mit netzartiger Reliefstruktur dienten nicht der Rutschhemmung, sondern sind als Nachahmung römischer Bodenmosaike entwickelt. Setzt sich in den Rillen Schmutz und Patina ab, entsteht der Eindruck kleiner, voneinander getrennter Steinchen.

HISTORISCHE VERLEGUNG

Fliesen des 19. Jahrhunderts weisen oft eine große Motiv- und Farbvielfalt auf. Bodenfliesen dieser Zeit erinnern nicht zufällig an Teppiche und sind mit umlaufenden Randbordüren in den Raum eingefasst.

Wandpaneele

An den Wänden wurden viele Formate und Dekore miteinander kombiniert. Es gab spezielle Fliesen für Sockelleisten und oberen den Abschluss, sowie Lösungen für Innen- und Außenecken für ein keramisches Gesamtkunstwerk.